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Vorstellung des UNESCO-Weltbildungsberichts 2006

Die UNESCO stellte am 9.11.2005 in London ihren Weltbericht „Bildung für alle“ 2006 vor. Schwerpunkt des „EFA Global Monitoring Report 2006: Education for All“ ist Alphabetisierung. Der Bericht gibt einen Zwischenstand nach dem Weltbildungsforum in Dakar 2000, bei dem sich 164 Länder verpflichtet haben, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen.

Im Mittelpunkt des Berichtes steht in diesem Jahr das Thema Alphabetisierung. Ungefähr 771 Millionen Erwachsene sind Analphabeten, etwa 18 Prozent der erwachsenen Bevölkerung weltweit. Seit 1990 ist ihre Zahl damit um 100 Millionen gesunken, vor allem aufgrund eines deutlichen Rückgangs in China von etwa 94 Millionen.

Drei Viertel der Analphabeten weltweit leben in nur zwölf, meist bevölkerungsreichen Ländern: Indien, China, Bangladesch, Pakistan, Nigeria, Indonesien, Ägypten, Brasilien, Iran, Marokko, Kongo und Äthiopien. Immer noch sind 64 Prozent der Analphabeten Frauen.

Das Ziel einer Reduzierung der Analphabetenrate bis 2015 werden vermutlich die Regionen Afrika und Südasien (darunter Indien, Nepal und Pakistan) sowie zahlreiche lateinamerikanische Staaten nicht erreichen.

 

Anlässlich der Vorstellung des Berichts erklärte der Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Roland Bernecker: „Bildung für alle ist die Priorität der UNESCO. Ohne ausreichende Grundbildung haben Kinder keine Chance, ihr Recht auf ein erfülltes Leben einzulösen. Alphabetisierung als Grundlage des Lernens ist außerdem eine wichtige Voraussetzung für Entwicklung und ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Armut.“

Der Report evaluiert auch den Stand der weiteren fünf EFA-Ziele: frühkindliche Betreuung, Grundschulbildung für alle, Lernangebote für Jugendliche, Gleichberechtigung der Geschlechter und Bildungsqualität. Er stellt fest, dass die Weltgemeinschaft zwar Fortschritte in Richtung „Bildung für alle“ gemacht hat, diese aber nicht ausreichen, um sich den Bildungszielen wirklich zu nähern. Besonders problematisch ist die Situation nach wie vor in Afrika südlich der Sahara, in Süd- und Westasien sowie in den arabischen Ländern. (Zu Süd- und Westasien gehören Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Iran, Malediven, Nepal, Pakistan, Sri Lanka.)

Ungefähr 100 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen weltweit nicht zur Schule. Bildungshindernisse liegen insbesondere in der HIV/AIDS-Pandemie, Kriegen und Naturkatastrophen. In sehr vielen Ländern sind aber auch Schulgebühren das Haupthindernis für den Schulbesuch.

 

Das Dakar-Ziel, Gleichberechtigung der Geschlechter in Grundschule und Sekundarbildung bis 2005 herzustellen, wird nicht erreicht. Ein großes Geschlechtergefälle zu Ungunsten von Mädchen besteht nach wie vor in den arabischen Staaten, Süd- und Westasien sowie Afrika südlich der Sahara. Sichtbare Fortschritte erzielt wurden in einigen armen Ländern wie Afghanistan, Benin, Tschad, Äthiopien, Gambia, Guinea, Indien, Marokko, Nepal und Jemen.

 

Der jährlich erscheinende Weltbericht „Bildung für alle“ wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen internationalen Expertenteam angefertigt, das unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt wird. (...)

 

Eine deutschsprachige Kurzfassung des UNESCO-Weltberichts „Bildung für alle 2006“ ist auf der Homepage der Deutschen UNESCO-Kommission verfügbar: www.unesco.de (Download in PDF).

 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., 9.11.05

 

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